Mag.a Dr.in Michaela Raggam-Blesch: Jüdisches Leben in Wien am Vorabend der Deportationen

Institut: VHS - Die Wiener Volkshochschulen
Bereich: Soziales

Kursbeschreibung

Mit der nationalsozialistischen Machtübernahme in Österreich veränderte sich das Leben der jüdischen Bevölkerung schlagartig. Jüdinnen und Juden wurden über Nacht recht- und schutzlos und waren pogromartigen Ausschreitungen ausgesetzt. Die Gewalt des Anschluss-Pogroms war eine österreichische Besonderheit, dessen Ausmaß in Deutschland erst im Zuge des Novemberpogroms erreicht wurde. Viele Jüdinnen und Juden versuchten daher in den Monaten nach dem Anschluss dem Naziterror zu entkommen. Zwischen 1938 und 1941 gelang mehr als 130.000 jüdische Österreicherinnen und Österreicher die Flucht. Rund 17.000 von ihnen wurden später in ihren Zufluchtsländern von den Nationalsozialisten eingeholt und ermordet. Anfang 1941 lebten in Wien noch rund 61.000 Menschen, die nach NS-Rassengesetzen als jüdisch definiert wurden. Zu diesem Zeitpunkt war die in Wien verbliebene jüdische Bevölkerung durch Berufsausschlüsse und Arisierungen großteils völlig verarmt. Im geplanten Vortrag soll das jüdische Leben am Vorabend der Deportation im Zentrum stehen. Dabei sollen sowohl die Lebensbedingungen in den Sammelwohnungen als auch die Fürsorgearbeit Israelitischen Kultusgemeinde beschrieben werden, welche durch Suppenküchen, Altersheime und medizinische Einrichtungen die dringendsten Bedürfnisse der jüdischen Bevölkerung zu decken versuchte. Michaela Raggam-Blesch, Senior Research Fellow am Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien mit einem Forschungsprojekt zu Mischehefamilien im NS-Regime in Wien. Im kuratorischen Team einiger Ausstellungen (zuletzt: Das Wiener Modell der Radikalisierung. Österreich und die Shoah, 2021). Zahlreiche Stipendien. Leon Zelman Preisträgerin 2022. Gastlektorin an den Universitäten Wien, Klagenfurt und Graz. Von 2001 bis 2003 Mitarbeiterin am Leo Baeck Institute in New York. Forschungsschwerpunkte: Jüdische Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, (Auto)Biographieforschung, Oral History, NS-Geschichte und Holocaust Studies. Dieser Vortrag ist Bestandteil des Lehrgangs für Wien-Liebhaber*innen: Die Wienakademie. Konzept: a.o. Univ. Prof. Dr. Karl Vocelka (i.R.): Die Geschichte der Stadt Wien von den Anfängen bis zur Gegenwart in 4 Semestern. Die Vorlesung kann in Präsenz oder von zu Hause aus via Zoom besucht werden.
Mit der nationalsozialistischen Machtübernahme in Österreich veränderte sich das Leben der jüdischen Bevölkerung schlagartig. Jüdinnen und Juden wurden über Nacht recht- und schutzlos und waren pogromartigen Ausschreitungen ausgesetzt. Die Gewalt des Anschluss-Pogroms war eine österreichische Besonderheit, dessen Ausmaß in Deutschland erst im Zuge des Novemberpogroms erreicht wurde. Viele Jüdinnen und Juden versuchten daher in den Monaten nach dem Anschluss dem Naziterror zu entkommen. Zwischen 1938 und 1941 gelang mehr als 130.000 jüdische Österreicherinnen und Österreicher die Flucht. Rund 17.000 von ihnen wurden später in ihren Zufluchtsländern von den Nationalsozialisten eingeholt und ermordet. Anfang 1941 lebten in Wien noch rund 61.000 Menschen, die nach NS-Rassengesetzen als jüdisch definiert wurden. Zu diesem Zeitpunkt war die in Wien verbliebene jüdische Bevölkerung durch Berufsausschlüsse und Arisierungen großteils völlig verarmt. Im geplanten Vortrag soll das jüdische Leben am Vorabend der Deportation im Zentrum stehen. Dabei sollen sowohl die Lebensbedingungen in den Sammelwohnungen als auch die Fürsorgearbeit Israelitischen Kultusgemeinde beschrieben werden, welche durch Suppenküchen, Altersheime und medizinische Einrichtungen die dringendsten Bedürfnisse der jüdischen Bevölkerung zu decken versuchte. Michaela Raggam-Blesch, Senior Research Fellow am Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien mit einem Forschungsprojekt zu Mischehefamilien im NS-Regime in Wien. Im kuratorischen Team einiger Ausstellungen (zuletzt: Das Wiener Modell der Radikalisierung. Österreich und die Shoah, 2021). Zahlreiche Stipendien. Leon Zelman Preisträgerin 2022. Gastlektorin an den Universitäten Wien, Klagenfurt und Graz. Von 2001 bis 2003 Mi…
Beginn
07.04.2026
Ende
07.04.2026
Uhrzeit
Di 1x,07.04.2026,19-21 Uhr
Dauer
2
Ort
VHS-Bildungstelefon
Lustkandlgasse
1090 Wien
Kontakt
Die Kunst VHS +43 1 891 74 154 000
Ort
VHS-Bildungstelefon
Straße
Lustkandlgasse
PLZ
1090
Ort
Wien
Land
Österreich
Bundesland
Wien
Referent
Mag.a Dr.in Michaela Raggam-Blesch
Kursnummer
10669916
Plätze
30

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