Wiener Subkulturen III: Wilde Wanda

Institut: VHS - Die Wiener Volkshochschulen
Bereich: Geistes- und Kulturwissenschaften, Sprachen, Medien

Kursbeschreibung

Die Mythen über die Wiener Unterwelt reichen weit zurück. Bereits um 1900 beschrieb der Sozialreporter Max Winter das Milieu in der lichtscheuen Szene um den Prater als Klein-Monaco: mit Stoßpartien, Strizzis und deren Madln. Während die Zuhälter in ihren Spelunken saßen und das Geld von morgen und ihre Gegner schon heute auf den Schädel hauten, hatten ihre Mädchen draußen am Strich zu arbeiten, um ihre Beschützer, die sich regelmäßig ins Gegenteil verkehrten, spätnachts betrunken wieder auszulösen. Eine Frau, die sich so nicht einspannen ließ, war die Wilde Wanda: Wiens einzig weibliche und obendrein lesbische Zuhälterin (als bei Homosexualität noch eine Kerkerstrafe von bis zu fünf Jahren drohte), die – nicht minder brutal als ihre männlichen Kollegen – ihre Gespielinnen für sich laufen ließ. Diese zwielichtige Welt entstammt einem Morast, der von zwei Weltkriegen durcheinandergebeutelt wurde und über den viel geredet wird, über den man aber nur wenig weiß. Beständig ging es um Plattenkriege und Revierkämpfe, die hauptsächlich wegen Prostitution, Schwarzhandel, Glücksspiel und damit in Verbindung stehenden Schutzgeldzahlungen ausgefochten wurden. Viele Kämpfe wurden eher patschert als gefinkelt ausgetragen, auch wenn es eine Spitze gab, die ihre Imperien geschickt beherrschte. Das waren aber eben keine Burenhäutlstrizzis, sondern Geschäftsmänner im Nadelstreifanzug. In diesem Zyklus wird eine Unterwelt beleuchtet, die schon längst untergegangen ist – bis auf ein paar wenige Überlebende und eine Handvoll Tschocherl. Clemens Marschall erzählt Wiener Zeitgeschichte anhand ihres Nachtschattens und berichtet aus seinen langjährigen Forschungen, die er teilweise in dem von ihm gegründeten Magazin Rokko's Adventures veröffentlicht hat. Zu seinen themenspezifischen Buchpublikationen gehören: Golden Days Before They End (in Zusammenarbeit mit Klaus Pichler, Zürich, 2016, Edition Patrick Frey). Der Wiener Prater. Eine Kultur- und Sittengeschichte (in Zusammenarbeit mit Robert Kaldy-Karo, Wien, 2017, Klever Verlag). Edition Privat. Claudias und Rudis Wien intim (Wien, 2022, Text/Rahmen). Tatort Wien. Verbrechen, Mord und Totschlag (Wien, 2023, Brandstätter Verlag). Wilde Wanda. Wiens einzige Zuhälterin: ein Leben zwischen Emanzipation, Exzess und Zerstörung (Wien, 2025, Brandstätter Verlag).
Die Mythen über die Wiener Unterwelt reichen weit zurück. Bereits um 1900 beschrieb der Sozialreporter Max Winter das Milieu in der lichtscheuen Szene um den Prater als Klein-Monaco: mit Stoßpartien, Strizzis und deren Madln. Während die Zuhälter in ihren Spelunken saßen und das Geld von morgen und ihre Gegner schon heute auf den Schädel hauten, hatten ihre Mädchen draußen am Strich zu arbeiten, um ihre Beschützer, die sich regelmäßig ins Gegenteil verkehrten, spätnachts betrunken wieder auszulösen. Eine Frau, die sich so nicht einspannen ließ, war die Wilde Wanda: Wiens einzig weibliche und obendrein lesbische Zuhälterin (als bei Homosexualität noch eine Kerkerstrafe von bis zu fünf Jahren drohte), die – nicht minder brutal als ihre männlichen Kollegen – ihre Gespielinnen für sich laufen ließ. Diese zwielichtige Welt entstammt einem Morast, der von zwei Weltkriegen durcheinandergebeutelt wurde und über den viel geredet wird, über den man aber nur wenig weiß. Beständig ging es um Plattenkriege und Revierkämpfe, die hauptsächlich wegen Prostitution, Schwarzhandel, Glücksspiel und damit in Verbindung stehenden Schutzgeldzahlungen ausgefochten wurden. Viele Kämpfe wurden eher patschert als gefinkelt ausgetragen, auch wenn es eine Spitze gab, die ihre Imperien geschickt beherrschte. Das waren aber eben keine Burenhäutlstrizzis, sondern Geschäftsmänner im Nadelstreifanzug. In diesem Zyklus wird eine Unterwelt beleuchtet, die schon längst untergegangen ist – bis auf ein paar wenige Überlebende und eine Handvoll Tschocherl. Clemens Marschall erzählt Wiener Zeitgeschichte anhand ihres Nachtschattens und berichtet aus seinen langjährigen Forschungen, die er teilweise in dem von ihm gegründeten Magazin Rokko's Adventures veröffentlich…
Beginn
11.05.2026
Ende
11.05.2026
Uhrzeit
Mo 1x,11.05.2026,18-19:30 Uhr
Dauer
1,5
Ort
VHS 06
Kontakt
VHS Mariahilf, Neubau, Josefstadt +43 1 89 174 106 000
Ort
VHS-Bildungstelefon
Straße
Lustkandlgasse
PLZ
1090
Ort
Wien
Land
Österreich
Bundesland
Wien
Referent
Dr.phil. Clemens Marschall
Kursnummer
10693938
Plätze
20

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